75 Jahre Busch & Müller

Busch & Müller KG
Auf dem Bamberg 1
D-58540 Meinerzhagen
Telefon (02354) 915 - 6
Telefax (02354) 915 - 700
e-mail: info@bumm.de


Die ersten Produkte von Busch & Müller waren Katzenaugen


Belegschaft 1926 (Willy Müller 3.v.l.; August Busch 5.v.l.)


Betriebsausflug zur "Hohe Bracht" 1954


Betriebsausflug nach Münster 1999


Schon 1930 waren Repräsentanten von B&M mit
einem Musterkoffer in allen Landen unterwegs,
um den Kunden die Produkte näher zu bringen


Hier läuft alles zusammen: die Montage bei Busch & Müller


Drei Generationen: Geschäftsführer Dr.Rainer Müller,
Firmengründer Willy Müller (Foto) und Sohn Guido Müller


Die Galvanikabteilung bei B&M - sowohl in der Technik
als auch in Sachen Umwelt immer auf dem neuesten Stand


Die Metallverarbeitung


Alles unter einem Dach: der Werkzeugbau bei B&M


Die Vakuumaufdampfanlage zur Verspiegelung von Reflektoren


Die erste IFMA 1951 in Frankfurt

Im Jahre 2000 feierte Busch & Müller sein 75jähriges Jubiläum. Was 1925 mit der Produktion von Katzenaugen begann, ist heute zu einem renommierten Unternehmen mit einem Programm von über 500 Produkten für die Zweiradindustrie geworden. Am 1.September gründeten der Kaufmann Willy Müller, damals 16 Jahre alt, und der Werkzeugmachermeister August Busch die OHG Busch & Müller in Meinerzhagen. Das Produktionsprogramm bestand aus der Herstellung von Katzenaugen, deren Verbreitung durch eine neue Gesetzgebung zur Sicherheit an Fahrrädern ihren Ursprung hatte. Berlin war damals die Zulassungsstelle für dieses Produktprogramm. 1930 waren 8 Mitarbeiter bei Busch & Müller an der Volmestraße in Meinerzhagen beschäftigt, 1975 zum 50jährigen Bestehen waren es schon 65 Mitarbeiter.

Die Produktion von Katzenaugen hat sich im Laufe der Jahre auch auf andere Produkte ausgeweitet: Nach dem Krieg überließ das Unternehmen der Firma OPEL Gläser für Rückstrahler und bekam als Gegenleistung einen OPEL Blitz, der als Firmentransporter eingesetzt wurde. Durch diese Verbindung lieferte Busch & Müller aus der 1957 aufgenommenen Rückspiegelproduktion bis 1985 die Rückspiegel für den OPEL Kadett und OPEL Rekord.

Inzwischen gehören zur Produktpalette des Unternehmens: Rückstrahler, Schlußleuchten, Fahrradscheinwerfer, Dynamos, Rückblickspiegel, Kettenschützer, Seitenstützräder für Kinderfahrräder und sonstiges Zweiradzubehör. Insgesamt fertigt Busch & Müller über 500 verschiedene Produkte für die Zweiradindustrie. Um bei der Produktion dieser Produkte auch die Qualität nicht zu vernachlässigen, hat sich das Unternehmen 1997 zertifizieren lassen, und zwar nach DIN ISO 9001, einem Zertifizierungsstandard, der von der Motorradindustrie gefordert wird, aber auch den Unternehmen der Fahrradindustrie zugute kommt.

Zu den neuen Innovationen gehören das Automatik-Licht und die Freiformflächen-Scheinwerfer für Fahrräder. Die Freiformflächen-Scheinwerfer kommen ursprünglich aus der Autoindustrie und werden von Busch & Müller jetzt auch für Fahrräder hergestellt. Hierbei handelt es sich um Scheinwerfer mit einer klaren Scheibe. Die Lichtverteilung wird von einem durch den Computer berechneten Spiegelreflektor übernommen. Das Automatiklicht hat einen Bewegungssensor und einen Sensor, der auf den Wechsel von hell und dunkel reagiert.

Bei einem so bemühten Unternehmen ist es nicht verwunderlich, dass es sich schon 1963 im Umweltschutz engagierte: dem Bereich der Metallverarbeitung ist eine eigene Galvanik angeschlossen, in der hauptsächlich Kupfer, Nickel, Chrom und Zink aufgetragen werden. Mit der Galvanik wurde 1963 eine aufwendige Entgiftungs- und Neutralisationsanlage eingebaut, die permanent aktualisiert und auf den neusten Stand gebracht wird und gerade um eine Ionen-Austauschanlage ergänzt wurde.

Schon 1930 waren Repräsentanten des Unternehmens in ganz Deutschland unterwegs, um "bumm"-Produkte (so der Markenname für "Busch & Müller Meinerzhagen") der potentiellen Kundschaft vorzustellen. Damals reiste man mit einer Jahresnetzkarte der Deutschen Reichsbahn kreuz und quer durchs Land. Das schon damals reichhaltige Lieferprogramm wurde in einem "Musterkoffer" präsentiert, der zum Handwerkszeug eines jeden Außendienstlers gehörte.

Dabei produziert der Betrieb nicht nur für die Bundesrepublik, rund "35%" der Produktion ist für die Ausfuhr bestimmt. In fast jedem Land Europas sind Vertreter von Busch & Müller unterwegs, von Finnland bis Italien - aber auch nach Übersee geht der Transport von "bumm" - Produkten. Durch ständige Flexibilität, Anpassungsfähigkeit an den Markt, Suche nach Verbesserung für Produktion und Produkte und Initiative im unternehmerischen Denken blieb die Firma nicht stehen und konnte sich den gegebenen Umständen immer anpassen, so daß die Höhen und Tiefen der konjunkturellen Entwicklung - welche auch vor diesem Betrieb nicht halt gemacht haben - weitestgehend ausgeglichen werden konnten.

Durch die Erweiterung des Lieferprogramms war ein Betriebsneubau mit grösserer Produktions- und Verwaltungsfläche nötig. Nach jahrelangen Verhandlungen mit der Stadt Meinerzhagen konnte dann zwischen 1961 und 1964 der Neubau "Auf dem Bamberg" erfolgen. Heute arbeiten 125 Mitarbeiter auf 8.200 m² Verwaltungs- und Produktionsfläche. Für die Zukunft sind aber bereits eine Produktionserweiterung von 3.000 m² sowie ein Hochregallager geplant (wurde bereits Ende 2001 fertig gestellt).

Mit dem Aufschwung der Automobilindustrie erweiterte man die Produktion des Automobilzubehörs, 1975 machte dies etwa die Hälfte der gesamten Produktion aus. So konnte der Rückgang beim Absatz von Fahrrädern damals aufgefangen werden. Und auch gegenläufig funktionierte dieses Prinzip - so ist "bumm" immer am Ball geblieben. Der Betrieb ist immer noch in Familienhand und nach den Gründern August Busch und Willy Müller, welcher bis 1995 das Unternehmen aktiv begleitete, führen heute der Diplom-Kaufmann Dr. Rainer Müller als Gesellschafter, und sein Sohn, Diplom-Kaufmann Guido Müller, in dritter Generation den Betrieb.

Frau Ursula Sträter, die Tochter des 1954 erkrankten und 1966 verstorbenen Mitbegründers August Busch, trat 1964 in die Gesellschaft ein und begleitete das Unternehmen bis ins Jahr 1980. Seit 1980 befindet sich das Unternehmen allein in Besitz der Familie Müller, die OHG wurde dann 1995 in eine KG umgewandelt.

In der gesamten Unternehmensgeschichte war und ist oberste Priorität die Entwicklung und Weiterentwicklung von Produkten für die Fahrzeugsicherheit. So besitzt das Unternehmen eine Vielzahl von Patenten und Zertifikaten im Bereich Zweiradbeleuchtung, Fahrzeugspiegel sowie diverse Innovations- und Design-Preise des Landes Nordrhein-Westfalen sowie des Industrieforums Hannover, auf die das Unternehmen besonders stolz ist.

Einen Teil der Neuprodukte entwickelt die Firma in Zusammenarbeit mit dem Kunden, z.B. bei bestimmten Designvorgaben. Die Mehrzahl der Neuheiten sind allerdings Eigenprodukte. Auch im Bereich der Verpackung setzt das Unternehmen auf Umwelt; so wird bei der Produkt- und Lieferverpackung auf recyclingfähiges Material gesetzt.

Außer der Galvanik besitzt Busch & Müller eine eigene Metallverarbeitung für Bügel, Bleche und Halter, eine Kunststoffspritzerei, in welcher bis zu 200.000 Teile pro Tag gespritzt werden; eine Vakuumaufdampfung für Reflektoren und eine Ultraschall-Schweißerei, wo wasser- und staubdichte Scheinwerfer produziert werden.

Neben diesen eigenen Produktionsanlagen beschäftigt sich "bumm" auch mit der Qualitätssicherung seiner Produkte im eigenen Haus. Es gibt eigene Abteilungen mit Testmaschinen für die unterschiedlichen Produkte. Unter anderem eine Anlage, um Schwingungen bei Spiegeln zu testen, eine Salz-Sprüh-Nebel-Testanlage und einen Bewässerungstest für Scheinwerfer und Rückstrahler. Somit liegt die gesamte Entwicklung, Produktion und Qualitätsprüfung bei der Firma Busch & Müller.

Durch diese umfangreiche Produktpalette ist es nicht verwunderlich, dass Busch & Müller über eine umfassende Kundenliste verfügt. Die Firma beliefert alle Fahrradfabriken und den Fahrradhandel in Europa. Zu den wichtigsten Abnehmern in der Motorradbranche zählen: BMW (Deutschland), Sachs Motorräder, Peugeot, MBK (Frankreich), Honda (Belgien, Spanien, Italien), SIMSON, MUZ und Triumph.

In Spitzenzeiten beliefert Busch & Müller seine Kunden allein mit 30.000 Spiegeln pro Woche. Außerdem ist die Firma Busch & Müller im Frühjahr diesen Jahres der Stiftungsinitiative der Deutschen Wirtschaft beigetreten. Denn auch in diesem Unternehmen wurden in den Jahren 1942 bis Kriegsende im April 1945 dreizehn Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine und Rußland beschäftigt. Diesen damals zwischen 14 und 24 Jahren alten Mädchen und Frauen fühlt Dr.Rainer Müller sich verpflichtet und versucht nun zusammen mit den anderen Unternehmen eine Entschädigung für die noch lebenden Zwangsarbeiter und andere Geschädigte des NS-Regimes aufzubringen.

Seit der ersten Fahrradmesse 1951 in Frankfurt ist Busch & Müller auf jeder IFMA vertreten gewesen. So war im Jahre 2000 die bereits 27. Teilnahme auf der Messe, die inzwischen in Köln stattfindet. Um seinen Kunden eine beständig gute Qualität zu liefern, bildet Busch & Müller eigene Fachkräfte in den Berufen des Werkzeugmachers und Kunststoffformgebers aus. Denn ein Betrieb ist nur so gut wie seine Mitarbeiter - und auf die kann Busch & Müller bauen! Im Jahr 2000 schließlich konnte "bumm" auf 75 Jahre Unternehmensgeschichte zurückblicken - und bestimmt um weitere Jahre nach vorn!