Unsere Radsportler
Die von uns unterstützten Fahrer sind (Extrem-)Leistungssportler und/oder sozial besonders engagiert.
Michael Büttner - Indoor-MTB-Meisterschaft in Rothenburg
27.02.2012
Beim Saisonstart 2012 traf Michael Büttner ein hartes Los, da ein schwerer Sturz wohl die Saison bereits frühzeitig beendete.
Wir von Busch & Müller wünschen Michael alles erdenklich Gute und eine schnelle und vollkommene Genesung!
Sein Rennbericht:
Etwas nervös war ich anfangs schon, als ich das erste Mal bei einer 12h-Indoor DM an den Start ging. Aber für mich bedeutet Nervosität den großen Drang ein gutes Rennen zu fahren. Vor allem der schwere Sturz vor fast einem Jahr bei einer ähnlichen Veranstaltung (24h-Indoor WM) in Österreich der mich fast zum Rollstuhlfahrer gemacht hätte war noch nicht aus meinem Kopf verbannt. Seither bin ich nicht mehr so risikobereit, und stecke in manchen Situationen lieber einmal zurück bevor ich mit der Brechstange eine Position verteidige oder erkämpfe.
Über 180 Teilnehmer aus 5 Nationen wollten bestimmt am Ende des Rennens einen dieser begehrten Pokale überreicht bekommen. Natürlich auch ich! Denn wie heißt es so schön: Jeder zweite ist der erste Verlierer.
Mein Konzept für dieses Rennen war zuerst einmal Zurückhaltung wahren und sich aus gefährlichen Situationen halten. Sehen wie die Konkurrenz fährt, was sie so drauf hat und nach ca. 8h möglichst die restliche Rennzeit so zu gestalten wie es die Konkurrenz erlaubt. HOFFENTLICH !!!!
Es war optimales Wetter im Bereich von wärmenden Plusgraden die ab den Mittagsstunden erreicht wurden. Der Veranstalter hatte alles sehr gut vorbereitet und mein Hotelzimmer das mir von den Göbel-Hotels zur Verfügung gestellt wurde war sehr angenehm und logistisch optimal. Man hatte wirklich das Gefühl bei Freunden zu sein.
Ich hatte ein sehr gutes Gefühl und wollte auch die nur in der Handicapklasse geforderte Mindestdistanz von 170 Kilometern erreichen. Möglichst sogar einen ersten Streckenrekord in dieser Klasse in Rotenburg a.d. Fulda für die nächsten Jahre vorzulegen.
Meine Frau und der Boss, der mich nie zur Ruhe kommen ließ so lange ich im Sattel saß, würden dafür schon sorgen, dass meine Rundenzeiten und die Kette möglichst straff blieben. Außerdem versorgten sie mich immer mit Infos zur aktuellen Rennsituation. Denn durch die vielen Runden, die man in zwölf Stunden zurück legen muss, geht irgendwann der Überblick verloren.
Warum fährt man eigentlich bei einem solchen Rennen als Einzelstarter? Für mich sind das die Gladiatoren dieses Sports! Auch fahre ich mein Rennen, und mein Tempo und bestimme selbst wie ich mein Rennen gestalten will. Noch nie habe ich ein 12- bzw. 24- Stunden-Rennen in einem Team bestritten. Ich bin eben gerne ein Einzelkämpfer und Gladiator.
In der ersten Startreihe platzierte ich mich neben dem belgischen Vorjahressieger und der amtierenden 24h-Indoor-Weltmeisterin Caroline Pasedach. Ich benötigte zwei oder drei Runden bis ich die Streckeneigenarten und Schlüsselstellen ausgelotet hatte und konnte mich so innerhalb kurzer Zeit in meinen eigenen Rhythmus fahren. Ich stellte auch schnell fest, dass gleich nach der Parkhausausfahrt die Schlüsselstelle und die gefährlichste Passage auf uns Teilnehmer wartete. Ein Bergab-Stück, das sich schnell so ausgefahren hatte, dass man tunlichst in der Spur bleiben musste, um nicht zu stürzen. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde hier reagiert, und und die Streckenführung etwas verändert, so dass diese Stelle nicht mehr befahren werden musste.
Für mich lief das Rennen runderhum gut. Ich konnte – wie ich es mir vorgestellt hatte – in Führung gehen und war in einer atemberaubenden Form aus dem Winter gekommen. Auch mental fühlte ich mich unschlagbar in dieser Zeit. Mehr als vierzig Runden führte ich, ehe ich gerade an der oben geschilderteten Stelle einen erneuten, furchtbaren Sturz hinlegte und das Rennen beenden musste. Ich kam aus der erwähnten Spur und musste einfach stürzen.
Ein heftiger Aufprall auf den Boden vermischte sich mit einem hörbaren Krachen meines Schlüsselbeines und des Schultergelenkes. Mit dem Notarzt wurde ich sofort in das ortansässige Krankenhaus gefahren, um die Schwere der Verletzungen festzustellen. Unterdessen ging das Rennen weiter und der Kampf um die DM wurde verbissen fortgeführt. Am Ende fanden sich würdige Sieger bei den Gladiatoren. Besonders freute ich mich für eine sehr liebe Freundin, die den DM-Titel bei den Damen einfahren konnte. Caroline Pasedach vom Team Drinkuth hatte trotz Schaltungsproblemen in den letzten Stunden ihre Führung mit Kampf und enormer Willenskraft ins Ziel bringen können. Doch auch der letztjährige belgische Sieger konnte sturzbedingt nicht ganz oben auf dem Potest stehen.
Erfreulich war auch die Sportlichkeit aller Teilnehmer bei der keine waffenscheinpflichtige Fahrweise den Titelkampf für andere gefährlich werden ließ. Und auch der Veranstalter hat ein riesiges Lob für seine perfekte Organisation verdient.
Michael Büttner - Einzel/Team EZF Hamburg-Berlin
17. Oktober 2011
Unser gesponserter Fahrer Michael Büttner bestritt erfolgreich sein letztes Rennen der Saison 2011. Er weiß zu berichten:
"Ich hatte mich für eine Startzeit um 7:05 Uhr morgens eingeschrieben um auch möglichst vor der Dunkelheit den Wannsee zu erreichen. Die Beleuchtung ist jedoch dringend erforderlich da morgens noch Dunkelheit die Elbe verhüllt und bei Problemen unterwegs auch die Gefahr besteht bei Nacht in Berlin einzutreffen. Viel Nebel, Temperaturen von anfangs -1°Grad ließ in den ersten Stunden keine wärmenden Momente aufkommen.
Zunächst sollte es mein Ziel hier als erster Handicapper mit CP-Behinderung zu finishen, und würde ich merken dass ich die letzten 80km sehr gut in der Zeit liege sollte meine Kette stramm gehalten werden bis ich auch die letzten Körner verbrannt hätte. Mein Navi sollte mich einmal wieder vor groben verfahrern schützen. Unachtsamkeiten schützen allerdings auch davor nicht.
Dieses EZF war eine völlig neue Extremerfahrung für mich. Mein letztes EZF hatte ich 2006 bei der DM im Behindertenradsport bestritten. Bei meiner damaligen Paradedisziplin wurde ich auch schon deutscher Vizemeister. Die damalige Kaffeefahrt von 13km gegen diese Ultrastrecke in dieser Disziplin ist eh nur für Sprinter und niemanden der extremes liebt wie ich! Hier ist die Taktik völlig anders und man kann nicht von Anfang bis Ende voll hämmern was das Zeug hält. Es würde die Lunte nach 100km wohl komplett abgebrannt sein.
Ich hatte meine original Übersetzung von 50:34 auf 53:39 verändern lassen. Da ich immer noch mit Rückenschmerzen zu kämpfen habe die mich seit Anfang des Jahres nach einem fürchterlichen Sturz bei der 24h-Indoor WM begleiten werde ich, falls die Schmerzen wieder unerträglich werden auch von der etwas moderaten Kassette hinten gebrauch machen. 11:30 habe ich hier von meinem Radsport-Dressel Team aufmunitionieren lassen. Den 30er hinten werde ich hoffentlich nicht benötigen! Diese dicken Gänge gehen bekanntlich aber extrem in den Rücken.
Der erste Kontrollpunkt befindet sich schon nach 94 km bei der Elbbrücke Dömitz wo man die Elbe zu überqueren hat und auf der Nordseite weiter seinen Weg suchen muss.
Jetzt schon versuche ich mich irgendwo an eine Gruppe anzuhängen, denn das Windschatten fahren ist erlaubt sofern es offizielle Teilnehmer mit Startnummern sind.
Ich habe mir schon lieber die etwas wärmere Ausführung an Kleidung übergezogen denn bei einer geschätzten Zeit von ca.10h bin ich nicht gerne frierend unterwegs.
Ich habe bereits Gegenwind von vorne rechts was mir überhaupt nicht passt, und da ist es fast so als hätte ich mit der Übersetzung komplett verwachst wie man das beim Skirennen so treffend nennt. Aber das hilft jetzt auch nichts mehr und jetzt erst recht, denn andere haben diesen Wind ja auch vor der Nase. Der wird mir wohl bis ins Ziel erhalten bleiben denn die Nordlichter kennen ihr Wetter sehr genau. Bei Hitzacker und Kilometer 65 kommen die einzig ernsthafteren Hügel von allerdings bis zu 13%. Schnell sind diese Stellen Geschichte für mich und es geht ganz gut voran da ich noch immer Gruppen verlasse die mir zu langsam sind und mich zur nächsten Meute kämpfe. Der Wind allerdings nervt tierisch wenn ich alleine unterwegs bin. Das kostet wirklich viel Kraft und ich werde in den nächsten Stunden Lehrgeld zu bezahlen haben.
Zunächst zerschrotte ich eine meiner Carbonlaufräder auf einem Kopfsteinpflasterstück bei Wittenberge die wohl noch aus den Zeiten der DDR waren und da sollte der Klassiker Paris – Roubiax schön grüßen. Nachdem ich den streifenden 8er durch das aushängen der Bremse hinten behoben hatte passierte mir das 80km vor dem Ziel bei einer ähnlichen Stelle erneut und eine Speiche riß mir ab. Ständig streifte jetzt das Laufrad und auf der flachen Piste kam es mit vor als würde ich bergauf unterwegs sein. Das sollte mir eine Menge Zeit und Kraft kosten. An die 30km quälte ich mich von Ort zu Ort bis ich endlich den ersehnten Wegweiser nach Falkensee lesen konnte. Jetzt waren endlich die Berliner Vororte erreicht. Ich versuchte jetzt nur noch irgendwo mit zufahren um wenigstens diesen Wind nicht auch noch als Gegner zu wissen. Aus den 10h Fahrzeit wurde leider nichts und ich erreichte das Wassersportheim am Wannsee nach genau 10:54h. Reine Fahrzeit 10:20:41h.Mehr als 7000 kcal habe ich an diesem „schönen“ Tag verbrannt und das bei einem Stundenmittel von 27.8km/h. Rang 24 in der Kategorie Einzelstarter war mein Lohn. Trotz Handicap, trotz wohl einer der älteren Teilnehmer gewesen zu sein und trotz meiner defekten Laufräder.
Diese Veranstaltung ist nur zu empfehlen, denn eine hervorragende Verpflegung und solch schönem Wetter wie 2011 werde ich auch 2012 mein letztes Rennen bei Hamburg bestreiten.
Vielleicht klappt ja dann eine Zeit unter 10h."
Michael Büttner - Doppel-Europameister Cross-Country
11. Juli 2011
Zum erneuten Male gewann Michael Büttner den Titel Europameister in der Disziplin Cross-Counry. Er weiß zu berichten:
"Erneut wollte ich mir unbedingt diesen Titel sichern, um auch im EM-Bereich einen Doppeltitel zu besitzen. 24h Indoor-Weltmeister wurde ichja bereits 2010 zum zweiten Mal. Ich hatte etwas den Start verschlafen und musste die erste Schlüsselstelle durch die Natur-Halfpipe hinter langsameren Fahrer bleiben. In der anschließenden Wand, einem fast 90° Abwärtsstück, wurde mir mulmig, da ich noch an meinen schweren Sturz vom Februar denken musste bei dem ich mirsechs Frakturen im Rücken zugezogen hatte. Das aber war fatal, denn ein eigener Fahrfehler brachte mich zu meinem ersten Sturz und ließ mich sekundenlang in einer riesigen Staubwolke verschwinden. Das war ein heftiger Aufschlag und noch keine 100 Meter weiter passierte mir gleich noch einmal das gleiche, was mich sehr viel Zeit kostete. Einen Streckenrekord wollte ich jedenfalls trotzdem für 2012 vorgeben und so ließ ich die Kette über die gesamte restlichen 11 Kilometer immer auf voller Spannung. Das zweite und dritte Mal konnte ich glücklicherweise diese schwierige Stelle ohne Sturz meistern und gab an den brutal steilen Stellen alles was ich hatte. Für die 11,7 Kilometer und 540 Höhenmeter benötigte ich am Ende 1:05:40.74h und diese Zeit gilt es für 2012 zu schlagen, um einen neuen Streckenrekord aufzustellen. Vorausgesetzt, es müssen von Handicappern nicht auch vier Runden, wie bei den Herren gefahren werden. Da ich aus dem Ultralangstreckenbereich komme, würde mir das natürlich noch besser liegen, denn Sprint ist eigentlich Gift für mich."
Karin Gruber - Radmarathon Grieskirchen
10. Juli 2011
Karin Gruber über ihren erneuten Sieg:
Wir schreiben Samstag 09. Juli 2011. Im Wettkampfkalender steht das „6 Stunden Event“ von Grieskirchen. Es ist heuer mein zweiter Start, und es geht um die Titelverteidigung.
Die letzen Wettkämpfe waren sehr hart, insbesondere die Transalp 2011. Wie verlief die aktive Regeneration der letzten Tage? Wie ist die Reaktion des Körpers, was sagt der Geist? Bei der Anreise spüre ich noch eine leichte Müdigkeit im Körper. Doch mein Selbstvertrauen und meine Psyche sind top!
Um 11.45 Uhr gibt die Skirennläuferin Katrin Zettel den berühmt berüchtigten Startschuss zum 6 Stunden Radmarathon. Das Thermometer zeigt 36° im Schatten. Wie im Vorjahr, extreme „Hitzeschlacht“.
Letztes Jahr bin ich 9 Runden gefahren, und insgeheim denke ich heuer an 10 Runden. Voraussetzung, es läuft alles nach Plan. Ich kann mich in der zweiten Männergruppe sehr gut positionieren und „kämpfe“ 6 Stunden Rad an Rad mit den Herren. Der Tacho zeigt eine ideale Durchschnitt Geschwindigkeit an. Ab Runde 7 zeichnet sich ab, es sind 10 Runden möglich. Jetzt nur nicht ans trinken vergessen und immer wieder der Griff zum Energiegel. Spitze! Ende der neunten Runde, in meinem Körper kommt ein Adrenalinstoß und Glücksgefühle auf. GRANDE FINALE! Mein Ziel, die zehnte Runde, GESCHAFFT!
In 06:13:43 Stunden, 10 Runden und mit einem Vorsprung auf die zweit Platzierte von einer Runde und 55 Minuten, steige ich überglücklich auf`s Siegespodest.
Karin Gruber - Transalp 2011
5. Juli 2011
Karin Gruber und ihre Mitstreiterin Annika Wechner waren bei der Transalp 2011 siegreich. Sie schreibt:
"Mit 1200 Radrennfahrern aus 28 Ländern über die Alpen, das ist die TRANSALP, die bedeutendste und härteste Alpenüberquerung Europas. Faszinierende und unglaubliche Anstiege prägten die Transalp 2011. Alle leiden, aber die wunderbare Kulisse der Natur entschädigt diese Strapazen.
Und geschafft! Gesund und heil im Ziel in Arco am Gardasee angekommen! Und wir sind 2. in der Damenklasse der Schwalbe Tour Transalp 2011 geworden und sehr glücklich und dankbar dafür.
Es war heuer mein fünfter Start, nach zwei Siegen mit Astrid Kopp, nun zum zweiten Mal Zweite mit Annika Wechner! Einfach Spitze!
7 harte Etappen, u.a. das Stilfserjoch, das Dach der Tour, am nächsten Tag der Passo Mortirolo, an dem Pass, wo bereits schon viele Radprofis gescheitert sind, es ist wirklich täglich Schlag auf Schlag gegangen. Der Körper sollte nach jeder Zielankunft sofort gut in die Regenerationsphase gebracht werden, um am nächsten Tag wieder optimale Leistung abrufen zu können. Eine wichtige Rolle spielt dabei immer wieder eine gezielte Ernährung.
Aber die oberste Priorität ist die Gesundheit! Unfallfrei, defektfrei und gesund ins Ziel zu kommen. So gesehen, bin ich mit dem bisherigen Saisonverlauf und den erreichten Zielen, Titeln und Erfolgen mehr als zufrieden und freue mich bereits auf die nächste Herausforderung, das 6 Stunden Rennen in Grieskirchen, am kommenden Samstag. Es ist dabei 6 Stunden lang ein Rundkurs von 21,5 KM mit 173 HM zu bewältigen. Aus dem Vorjahr habe ich einen Rekordvorsprung von 47 Minuten zu verteidigen. Meine körperliche Verfassung ist im Moment perfekt, und ich werde alles daran setzen, eine optimale Leistung abrufen zu können."
Karin Gruber - Der längste Tag und ein Traum wird wahr
6. Juni 2011
Karin Gruber hat den Großglockner bezwungen und weiß zu berichten:
Pünktlich um 03.55 Uhr geht mein Wecker ab. Der höchste Berg Österreichs, der Großglockner ruft. 2.800 Starter, ein Startprozedere von mindestens 20 Minuten und die Anspannung ist mir ins Gesicht geschrieben. Endlich, 07.00 Uhr und der erlösende Startschuss.
Ich fühle ich mich gut und es läuft sehr rund. Die erste Hürde, bis zur Mautstelle Ferleiten ist gemeistert, jetzt kommt`s auf die „Kletterqualitäten“ an. Immer wieder richtet sich mein Blick nach hinten und unten, um die Konkurrenz unter Kontrolle zu haben. Schön langsam wird die Luft dünner und der Wind immer stärker. Teils orkanartige Windböen, und bei mir steigen die Glücksgefühle. Nur mehr 3 Kehren und weit und breit keine 2. Dame.
Zu Saisonbeginn war es eines meiner größten Ziele, dass ich mir zu meinem runden Geburtstag, den ich heuer bereits gefeiert habe, selbst noch das schönste Geschenk mache: den 7. Glocknerkönig Titel. Dieser Wunschtraum wurde heute wahr. Überglücklich, und mit fast 3 Minuten Vorsprung überquere ich die Ziellinie beim Fuschertörl auf 2.428 HM.
Es bleibt nicht viel Zeit zum „Verschnaufen“. Am kommenden Pfingstsonntag steht der 24. „Giro Dolomiti“ im Rennkalender. Auf der „Extrem“ Strecke, über 123 Kilometer und 2.680 HM habe ich den Vorjahressieg zum Verteidigen.
Wie heißt es doch so schön, ab Kilometer 120 fängt der Spaß erst richtig an!
Mehr Informationen unter www.karingruber.at
Michael Büttner - Qualifikation für Paris geschafft
6. Juni 2011
Michael Büttner hat es geschafft - die Qualifikation für Paris - Brest - Paris ist ihm sicher. Wir gratulieren herzlich zu dieser Spitzenleistung! Der Bericht:
Auch für die 17. Austragung zur s.g. legendären Ultralangstrecken-Olympiade, wie sie auch genannt wird qualifiziert sich der deutsche Extremradsportler Michael Büttner vom Team Radsport Dressel-Giant GER eindrucksvoll in 30h.
Trotz schwerer Rückenschmerzen ab 400km schafft er eindrucksvoll das Zeitlimit für diese Distanz von 40h mühelos. Nur alle 4 Jahre findet dieses Spektakel statt und Starter aus der ganzen Welt müssen durch diese Qualifikation um dann vielleicht einer oder eine von ca. 5000-6000 zu sein, aber nicht länger brauchen dürfen als max. 90h über diese 1228km.
Das zweite Mal das sich weltweit ein behinderter Radsportler seit 1891, also seit nun 120 Jahren für diesen Höllenritt qualifiziert ist wieder der deutsche Ausnahmeradsportler auf der Lang.- und Ultralangstrecke. Weltweit ist er der einzige der sich hier wieder durch die schwere Qualifikation über vier Läufe von 200 – 300 – 400 und 600km gekämpft hat obwohl er sich dafür überhaupt nicht vorbereitet hatte. Nur durch eine schwere Verletzung ( sechs Frakturen im Rücken nach einem Sturz) entschied er sich kurzerhand für diese Option.
Ein Wiederholungstäter könnte man meinen!
DAS RENNEN:
Es war nicht 600 sondern nach den GPS Aufzeichnungen auf dem VDO GP7 638km – 6500hm und dabei mussten sich über 21000 Kcal durch meinen Körper zwängen der sich anfühlte wie ein Hochofen der 30h auf Höchsttemperatur lief um die Muskulatur flüssig zu halten.
Das sind Werte die erschauern und jeden anderen Handicapper nicht einmal an die Qualifikation denken lassen. Vor allem das nutzen eines Begleitfahrzeug sollte man vegessen denn unter Randonneuren ist das verpöhnt!
Randonneur ist ein französisches Wort und bedeutet das der Weg das Ziel ist, oder einfacher gesagt Langstreckenradfahrer.
Von Osterdorf bei Weißenburg/Nbg. ging es über Regensburg und Bernau am Chiemsee nach Bad Tölz. Dann ging es über Landsberg a. Lech, wo es auch schon mal 28°C hatte, ehe es wieder in Richtung Start/Ziel nach Osterdorf ging. Als erster wirklicher Gewaltakt nach 350km wartete der Anstieg zum Haushamer Berg auf die über 140 Qualifikanten. Spitzenanstiege von über 11% waren da zu überwinden was schon manchen nach 20km zum verzweifeln bringen würde. Doch vorher erwischte den Giant – Werksfahrer ein Plattfuß mitten in der Nacht und bei Regen. Nach dem ersten Wechsel des Schlauches und der Hektik verletzte er den neuen Schlauch bei der Montage und musste den ganzen Montagevorgang noch einmal absolvieren. Hier zeigte sich das eine Fahrt auf solchen Streckenlängen mit einem anderen Teilnehmer immer von Vorteil ist den nicht nur bei Pannen in der Nacht sondern auch bei Leistungseinbrüchen auf dieser langen Strecke ist ein Begleiter immer eine wichtige Sache für die Moral und die Hilfe in allen Lagen.
Nicht nur ich hatte zwei solche totalen Einbrüche. Vor allem ab Landsberg/Lech (460km) wo sich der Gegenwind mörderisch und stetig gegen die Beine stemmte die eh schon ausgesaugt waren legte die Leistung fast ganz lahm und ich kam nur noch mit geringen Vortrieb über das Flachland. Mit 15km/h ging es auf Bettlerfahrt über die Langstraßen und ich bewegte mich hier fast ausnahmslos in Führungsarbeit da mein Mitstreiter ein Tief hatte und nicht mehr in der Lage war dem Wind Paroli zu bieten. Er war zu diesem Zeitpunkt fix und fertig und vegetierte mehr oder weniger hinter mir im Windschatten sein Radfahrerleben.
Zwei längere Pausen von ca. 1h mussten eingelegt werden bevor man einen völlig leeren Speicher wieder halbwegs betankt hatte. Viel Coca Cola wirkte wie ein Turbo und es erholte sich alles so weit wieder das die letzten schweren Anstiege nach 610 und 620km von mir genommen wurden als wäre ich gerade mal 10h auf der Straße unterwegs. Es waren aber schon 29h.
Vor allem die schweren Rückenschmerzen nach schon 400km machten die ganze Sache zur Höllenfahrt und mein Arzt war durchaus nicht sonderlich begeistert von dieser Teilnahme. Ein Start in Paris ist aber gerade aus diesen Gründen keine Option für mich denn ich würde hier diese 1228km und 10000hm nie durchstehen und dabei noch schwerere Entzündungen davon tragen die chronische Auswirkungen haben könnten. Da ich schon 2007 einen Rekord als Handicapper aufgestellt hatte und die gesamte Strecke auch noch ohne Begleitfahrzeug durchgefahren bin gibt ist da sowieso keinen Handlungsbedarf. Diese 78:02h sind wohl eh ein Wert der mich dort zur Legende gemacht hat. Die nächste Austragung für das P.B.P. wird 2015 sein und für alle die diese Qualifikation anstreben sollten wissen es gibt keine Verpflegungsstellen. Man muss selbst sehen wo und was man in Tankstellen oder Discountern bekommt. Natürlich kann man auch in Lokalen seine Speicher wieder füllen. Aber der Zeitdruck empfiehlt das nicht.
Karin Gruber - Zwei Rennen, zwei Siege
27. Mai 2011
Auch das zweite Rennen der Saison konnte die von Busch & Müller unterstützte Karin Gruber für sich entscheiden. Sie berichtet:
Der 18. Amadé Radmarathon, das große Heimrennen über 180 Kilometer ist absolviert und unter extrem harter Damenkonkurrenz konnte ich meine Stärke und Erfahrung ausspielen und das 2. Saisonrennen mit einem SIEG abschließen.
Ich bin total happy!
Die Saison 2011 ist nun 2 Rennen „alt“ und das Motto lautet: „Immer neue Wege erfahren.“ Mein bisweilen jahrelanger Trainer Reini Ronacher hat mich wieder bestens eingestellt und dank seiner guten Trainingspläne wieder gut vorbereitet. So folgte heute das „große Heimrennen“ der 18. Amadé Radmarathon mit Start und Ziel in Radstadt. Pünktlich um 07.30 Uhr stellen sich 1200 Athleten dieser Herausforderung. Und wenn Engel reisen wird sich das Wetter weisen, ein strahlend blauer Himmel und Sonnenschein.
Mich erwartet heute eine extrem starke Damenkonkurrenz auf der 180 Kilometer Schleife. Angeführt von der österr. Nationalteamfahrerin Lisa Pleyer, die starke österr. Marathonfahrerin Nadja Prieling, die deutsche Spitzenathletin Andrea Scharrer, um nur einige zu nennen. Das Motto heißt: Angriff ist der beste Weg der Verteidigung. So beginnt das Duell an der Spitze bereits bei Kilometer 15 zwischen Lisa Pleyer und mir. Wie wird das noch werden? Rad an Rad kämpfen wir gemeinsam bis St. Johann/Pg. 30 Kilometer liegen noch vor uns. Beim Anstieg Richtung Grubhöhe, mobilisiere ich meine letzten Kräfte und attackiere. Siehe da. Ich kann mich absetzen. Es ist aber noch ein großes Risiko, denn die letzten 15 Kilometer bis nach Radstadt sind leider nur mehr wellig, d. h. es kann sich alles noch mal umdrehen. Ich bin ganz alleine Richtung Wagrain unterwegs. Super! Vor mir 2 Herren. Ich kann mich anhängen und bis nach Altenmarkt läuft es super. So, jetzt sind die beiden platt. Jetzt ergreife ich die Initiative, stehe auf, schalte runter und ziehe mit vollem Antritt dem Ziel Richtung Radstadt entgegen. Jetzt nur nicht nachlassen. Meine Konkurrenz kann ich nicht mehr sehen. Super! Es wird ein grandioser Heimsieg! Als Lokalmatatorin fahre ich in 05.03.22 Stunden und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 KM/h in Radstadt über die Ziellinie.
Es ist ein wunderschöner Sieg UND ein Sieg gegen sich selbst!
Es geht weiter! Über alle Berge! Der Kampf mit sich selbst und mit den Kurven!
Am Abend genieße ich noch meinen Heimsieg, der ein wahrer Krimi war und freue mich bereits auf den nächsten Wettkampf, den Kärnten Radmarathon kommenden Sonntag. Start und Ziel in Bad Kleinkirchheim und über die berühmt berüchtigte „Nockalm“.
Mehr Informationen unter www.karingruber.at
Michael Büttner - Dritter Qualifikationslauf für Paris
17. Mai 2011
Es ist so weit für Michael Büttner - das dritte Qualifikationsrennen für Paris - Brest - Paris stand an. Herr Büttner schreibt:
Nach 2007 steht der Giant-Werksfahrer erneut kurz vor der Qualifikation für das berüchtigste Langstreckenrennen Europa das nur alle 4 Jahre ausgetragen wird.
Vielleicht wird dieses Rennen auch deshalb liebevoll als Olympiade benannt.
Beim 3. von 4 Läufen musste eine Distanz von 400km und knappe 4100hm in max. 27h zurück gelegt werden. Er legte diese Nonstopstrecke in 17:55h zurück, und stellte seine Bestzeit von 2007 genau auf die Minute ein. Nach seinem schrecklichen Sturz Ende Feb. zeigte er sich spektakulär in Bestform im Langstrecken-Straßenradsport zurück.
DAS RENNEN AUS SEINER SICHT:
Am vergangen Samstag um 7 Uhr startete in südbayrischen Unterwössen bei Reith im Winkl dieser 3.Lauf. Einem der Veranstalter im bayrischen Raum stellten sich 36 Starter dieser Langdistanz. Es sollte ein Höllentrip der besonderen Art für alle werden. Der Wettergott gab schon im Vorfeld bekannt das es Regen geben sollte.
Das es aber von den fast 18h, nicht nur für den oberfränkische Extremradsportler 14 lange Stunden dauerhaft und teilweise sehr heftigen und sehr kalten Regen geben sollte war nicht vorher zu ahnen. Die Strecke führte von Unterwössen über den Pass Turn - Kitzbühel – Gerlospass – Achenpass - Bad Tölz - Rosenheim und der abschließenden Umrundung des Chiemsees zum Startpunkt zurück. Schon kurz nach dem Start im Anstieg zum Pass Turn nach gut 50km begann die ungewollte Dusche und dauerte bis in den Anstieg zum Gerlosspass. Schon in Kitzbühel nach ca. 100km stöhnte die Kette das Wiegenlied vom Tod nachdem das viele Wasser den kompletten Schmierfilm entfernt hatte. Diese Töne nervten bis ich im Ziel war. Nach der eiskalten Abfahrt vom Pass Turn und dem Gerlospass kam doch tatsächlich bei der Durchfahrt durch das wunderschöne Zillertal die Sonne hervor und begleitete mich bis zur Auffahrt zum Achenpass mit 27°C bevor es schon beim Kochelsee erneut begann zu regnen. Bei Bad Tölz war es eine regelrechte Dusche wie aus Kübeln mit sehr heftigem Wind . Sintflutartiger Dauerbeschuß von oben hielt mich und zwei weitere Teilnehmer in Beschlag. Regen gab es allerdings bis in Ziel. Eine Fahrt ganz alleine wäre ein wahnsinniges Vorhaben denn meistens finden sich nach den ersten 100km immer andere Teilnehmer die eine ungefähre gleiche Leistungsstärke besitzen und sich dann gemeinsam auf die restliche Distanz machen. Bei einer Panne oder Leistungseinbrüchen kann das Goldwert sein. Mich erwischte es nach dem Achenpass um km 180 so heftig das ich froh war in Begleitung zu sein und die moralische Unterstützung anderer Fahrer zu haben. Im Anstieg hatte ich mich so verausgabt das ich bis Bad Tölz (km 265) brauchte um wieder zur alten Verfassung zurück zu finden. Ein Tief jagte von da an das nächste und ich musste kämpfen und alles an Herz aufbringen um mich in Bewegung zu halten. Aber auch einen meiner anderen Begleiter erwischte der s.g. Hammermann kurz vor den Chiemsee. Ein Teilnehmer musste wetterbedingt die Segel streichen während wieder ein anderer so unterkühlt war das er eine wärmende Übernachtung an der Strecke aufsuchte. Das war Extremsport in allen Belangen so etwas liebe ich ungemein, so meine Kommentare im Ziel. 12228 kcal hatte ich und mein Körper auf dieser Strecke verbrannt und mir damit wieder einmal ein Stück Freude bereitet weil er mich ins Ziel gefahren hat.
Als einziger Extrenradsportler der Welt mit Behinderung habe ich nun erneut die Tür zur Teilnahme wie 2007 weit aufgestoßen. Ich wäre nun schon das 2. Mal für diesen Horrortrip qualifiziert wenn ich auch die 600km Distanz finshen würde. Diese Strecke muss in max. 40h überwunden werden um dann in Paris auf die lange Reise von 1228km und 10000hm gehen zu dürfen.
Besonders Stolz machte mich aber das ich 4h vor einem der aktuellen Race-Across-Amerika Qualifikanten aus Deutschland, Christian Mayer die Ziellinie überfahren hatte.
Karin Gruber - Saisonauftakt mit Sieg
1. Mai 2011
Am 1. Mai ging die von uns gesponserte österreichische Fahrerin Karin Gruber siegreich aus dem prestigeträchtigen Vita-Club-Marathon hervor. In ihren eigenen Worten:
Im Kalender steht der 1. Mai 2011. Das heißt, 05.30 Uhr raus aus den Federn, denn der „Frühjahrsklassiker“, der Vita Club Radmarathon mit Start und Ziel in Salzburg, ruft. Neue Streckentopografie: 100 KM / 1630 HM.
Die Nacht war sehr „durchwachsen“. Am Abend gut eingeschlafen, doch nach ein paar Stunden wurde mein Schlaf immer „seichter“. Nervosität strömt durch all meine Glieder, das erste Rennen der Wettkampfsaison 2011 steht vor der Tür.
Wie wird`s laufen? Die Vorbereitung in den vergangen Wochen ist sehr gut verlaufen, und heute fühle ich mich bereits beim Frühstück, wenn man es so nennen will, schon angriffslustig und richtig „giftig“. So nochmals alles „durchgehen“, was brauche ich? Habe ich alles eingepackt? Energy Gel, Riegel, Trinkflaschen und Bananen. Auf geht`s, rein ins Auto und ab in die Stadt Salzburg.
Heuer ist der Radmarathon besonders stark besetzt. Zahlreiche deutsche Konkurrentinnen haben sich angesagt und die starke österreichische Berg- und Marathonfahrerin Nadja Prieling aus Tirol gibt auch ihr stell dich ein.
Auf die Sekunde genau um 09.30 Uhr fällt der Startschuss der A-Strecke über 100 KM und 1630 HM. Als ich versuchte, beim Anstieg nach Krispl meinen Rhythmus zu finden, da werde ich auch schon von Prieling und einer weiteren Konkurrentin attackiert. Ruhig bleiben, Tempo beibehalten und drauf bleiben. So jetzt wird es Zeit für eine Tempoverschärfung, Wiegetritt und Attacke. Spitze, es läuft sehr rund und souverän. Vorbei an meinen Mitstreiterinnen und erste an der Bergwertung Gaißau.
Die Abfahrt zur Wiestal Landesstraße mit kalkulierbaren Risiko(82 Kmh!) und an der sehr guten Männergruppe dranbleiben. Hervorragend! Die Gruppe passt perfekt! Die gesamte Schleife rund um den Fuschlsee, Guggenthal bis hinauf zur Ziestelalm/Gaisberg kann ich mit der Männergruppe mithalten. Nur ja jetzt nicht`s mehr unnötig riskieren. Die Abfahrt vom Gaisberg ist nass und gefährlich. Zum Glück es geht alles gut.
Überglücklich, und mit einem Vorsprung von 06. Minuten auf Nadja Prieling, kann ich das erste Saisonrennen für mich mit einem SIEG entscheiden.
Das Training in den letzten Monaten und Wochen hat Früchte getragen und ein Sieg zum Einstand ist für die Psyche das Beste was es gibt!
Ich danke allen für das kräftige Daumendrücken und freue mich bereits, wenn ich Ihnen wieder Karin Gruber News mitteilen darf!
Mehr Informationen unter www.karingruber.at
Michael Büttner - Zweiter Qualifikationslauf für Paris
11. April 2011
Michael Büttner hat das zweite Qualifikationsrennen Paris-Brest-Paris erfolgreich absolviert. Sein Bericht:
Beim 2. Qualifikationslauf gingen 156 Teilnehmer in Osterdorf bei Weißenburg ca. 50km südlich von Nürnberg an den Start.
Aus den 300km wurden vom Veranstalter letztlich 327km und ca. 3000hm.
Das ist etwas was für die s.g. Randonneure (Langstreckenfahrer) durchaus als normal zu verzeichnen ist. Randonneure kommt aus dem französischen. Für diese Art von Radsportlern ist der Weg das Ziel und die Zeit etwas weniger wichtiges.
2007 hatte ich diese Strecke in 12:30h zurück gelegt. An diesem Tag jedoch wäre ich schon mit dem erreichen der Qualizeit zufrieden die nicht über 20h liegen darf um weiterhin in der Qualifikation zu bleiben . Das Wetter war Ideal für eine solche Strecke. Nicht zu warm und zu windig.
Auf dem Rückweg nach dem Starnberger See und vor Neuburg an der Donau machten sich meine gebrochenen Rippen immer mehr bemerkbar. Vor allem die zweifach gebrochene Rippe tat 70km vor dem Ziel ihren Unmut über meine körperliche Belastung mit starken Schmerzen immer mehr auf sich aufmerksam.
Stetig nahm ich Geschwindigkeit aus meiner Fahrt und kam so in den nicht gewollten Genuss einer Nachfahrt von 2h. Hier fuhr bei mir ständig die Angst mit von hinten von einem Discoraser über den Haufen gefahren zu werden die ja bekanntlich am Samstag gehäuft auf den Straßen anzutreffen sind. Trotz Warnweste und Beleuchtung kann man sich nicht sicher sein. Am besten man bewegt sich in einer Gruppe und ist nicht alleine unterwegs. Auf 300km reißt das Feld aber dermaßen auseinander und es ist schwierig hier fündig zu werden da eben die Geschwindigkeit auch stimmen muss um nicht abreißen lassen zu müssen. Ich bewegte mich fast ausnahmslos mit einem Teilnehmer auf der gesamten Distanz da wir beide fast genau denselben Leistungsstand hatten.
Da am Sa. um 8 Uhr gestartet wurde und ich genau 14:55:36h unterwegs war konnte ich mich gegen 23 Uhr im Ziel freuen mich auch über diese Distanz erfolgreich qualifiziert zu haben. 5h vor dem Zielschluss habe ich eingecheckt. So stehe ich auch für den nächsten Qualifikationslauf am Start. Hier geht es über 400km in max. 27h. In Freiburg im Breisgau startet dieser Lauf und findet am 7.5. 2011 statt.
Ich hoffe in 4 Wochen haben sich meine Verletzungen weiter gebessert um auch hier die Qualifikation zu schaffen. Dies wäre das zweite Mal seit 120 Jahren das ein Handicap- Radsportler diese Qualifikation geschafft hätte. Beide Male wäre ich weltweit der einzige der nach 2007 auch 2011 berechtigt wäre zu starten und mit 5600-6000 Teilnehmer auf die Reise gehen zu dürfen diese Megadistanz von 1228km und 10000km nonstop oder in max. 90h zu versuchen zu bestehen.
Michael Büttner - Erster Qualifikationslauf für Paris
4. April 2011
Michael Büttner, einziger Extremradsportler mit Behinderung, startet zum ersten Mal nach seinem schweren Sturz vor fünf Wochen wieder durch - die erste Qualifikation für Paris-Brest-Paris steht an. Er berichtet:
Nach meinem bekanntlich schweren Sturz bei der 24h-Indoor MTB WM vor ca. 5 Wochen musste ich meine komplette Jahresplanung umstellen. Nach einem ärztlichen Gebot in den nächsten Monaten kein MTB im Gelände zu benutzen war das eine meiner aktuellen und neunen selbst gewählten Aufgaben.
Der erste von insgesamt 4 Qualifikationsläufen ging über eine Strecke von 200km. Zeitmaximum 12h! Am Ende standen auf meinem VDO GP7 Navi 205km und 2031Hm. Das Zeitlimit holte ich locker nach Hause und fuhr in 7:59:56h über die Ziellinie. Eine Ergebnisliste wird bei diesen Läufen nicht erstellt da es nur zwei Alternativen gibt: Über oder unter 12h bleiben.
Für manchen, oder manche war der erste Lauf schon der letzte da sie diese Zeit nicht schafften. 203 Teilnehmer machten sich auf den Weg durch das wunderschöne Altmühltal südlich von Nürnberg.
Für mich war dieser Lauf der erste Test wie sich mein lädierter Körper nach diesen 6 Frakturen im Rücken anfühlen würde. Ich hielt mich bewusst unter einem Puls von 160 um die Lungen nicht zu sehr fühlen zu müssen und dadurch die gebrochenen Rippen nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Bei einem Teilstück mit Kopfsteinpflaster merkte ich noch sehr diese Frakturen die hier schmerzten wie die Hölle und hielt mich da mehr im Zeitlupentempo auf. Ich war aber durchaus zufrieden mit dem Verlauf dieser Teilnahme obwohl ich meine Zeit von 2007 nicht erreichte die bei 7:27h stand. Aber das war sowieso nicht mein Ziel.
Jedes einzelne Sponsoringmaterial brachte mich sicher und wohlbehalten ins Ziel, und machte mir wieder einmal viel Freude, und vor allem wie üblich keinen Ärger.
Der erste Schritt ist getan um als erster Handicapradsportler der Welt sogar das 2.Mal diese Qualifikation zu schaffen, und die Startberechtigung für Paris zu erhalten.
2. Lauf am 9.4.10 über eine Distanz von nun 300km in max. 20h.
Ich würde mir wünschen das mein lädierter Körper auch diese Strecke so wegsteckt das ich weiterhin in dieser Qualifikation bestreiten kann.
