Kommentar zum aktuellen Fahrrad-Lichttest der Stiftung Warentest

In der aktuellen Ausgabe der Stiftung Warentest wurden Fahrrad-Akku-Scheinwerfer getestet. Darunter war auch das Flaggschiff aus der IXON-Reihe von Busch + Müller, der Space. Dabei kam es zu einer Zweitplatzierung und der erfreulichen Gesamtnote 1,6.

Weniger erfreulich ist allerdings, dass dem IXON Space eine vergleichsweise geringe Leuchtweite von nur 15 Metern bescheinigt wurde.

Wie aus dem Testbericht hervorgeht, wurde der Scheinwerfer so eingestellt, dass er in einer Entfernung von fünf Metern nur noch halb so hoch wie am Ausgangspunkt leuchtet. Dies entspricht § 67 der StVZO – allerdings in seiner alten Fassung, wie sie bis 2017 galt. (Die damalige Faustregel ließ sich auch so formulieren: „Hellster Punkt in zehn Metern Entfernung vor dem Rad.“)

Der § 67 StVZO, so wie er bis 2017 abgefasst war, orientierte sich an steinalter Halogentechnologie. Schon Jahre vor der Novelle war dieser Gesetzestext – nicht zuletzt dank moderner LED-Lichttechnik von Busch + Müller – hoffnungslos veraltet, eine Generalüberholung überfällig. Wer einen Scheinwerfertest aufgrund einer solchen Vorschrift durchführt, ignoriert moderne Gegebenheiten. So, als würde man einen OLED-Fernseher nach Gesichtspunkten bewerten, die vor 25 Jahren für Röhrenfernseher galten. Ein solcher Test hat nicht recherchiert, verfehlt das Thema. Die Ergebnisse, zumindest aus dem Teilbereich „Licht und Sicht“, sind unbrauchbar.

Doch wie sieht modernes Fahrradlicht eigentlich aus? Seitdem die Vorschrift 2017 runderneuert wurde, heißt es in der StVZO: „Der Scheinwerfer muss so eingestellt sein, dass er andere Verkehrsteilnehmer nicht blendet.“

Damit entfiel die „Zehn-Meter-Regel“. Stattdessen könnte man sagen: Auf einer geraden Strecke muss die Hell/Dunkel-Grenze in der Ferne noch auf der Fahrbahn erkennbar sein.

Die Lichttechnologie des Hochleistungsscheinwerfers IXON Space orientiert sich natürlich an der neueren Rechtslage. Am gleichmäßigsten und angenehmsten leuchtet der Scheinwerfer, wenn man ihn auf eine Leuchtweite von über 45 Metern einstellt. Tatsächlich erreicht der IXON Space auf gerader Strecke sogar eine blendfreie Leichtweite von über 100 Metern. Mehr als sechsmal so viel, wie die Stiftung Warentest ihm bescheinigte.

Es wäre wünschenswert, dass solche Testvorhaben zukünftig keinen Blindflug darstellen, sondern dass vorher der Rat von Licht-Fachleuten eingeholt wird. Eine unbedarfte Leserschaft muss sich – auch bei anderen Tests – auf Sachkunde verlassen können.

Die folgenden Bilder zeigen im direkten Vergleich das Lichtbild des IXON Space. Zuerst so wie beim Test Stiftung Warentest eingestellt, nach überholter StVZO, Leuchtweite 15 Meter. Anschließend nach heute gültiger StVZO, Leuchtweite über 45 Meter.

Top